Grünflächenpatenschaften für ein schöneres Zuhause und mehr Lebensqualität

10.07.2024

Die eigene Straße oder das Wohnviertel verschönern? In der Stadt mitgestalten und dabei einen kleinen Beitrag zu mehr Artenvielfalt und Lebensqualität leisten? Mit einer Grünflächenpatenschaft haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit dazu – so wie beispielsweise einige Siedler in Brassert.

Die Idee, etwas fürs Klima, die Natur und das eigene Umfeld zu tun, kam Andrea Steggemann zu ihrem 60. Geburtstag. Statt großer Party und Amazon-Gutschein als Geschnek ging es mit Hacke, Spaten und Harke in die Beete am Margaretenplatz und zum Verbindungsweg zwischen Rudolf-Virchow-Straße sowie Sickingmühler Straße.

Grünes Kleinod mitten in Brassert

Dort wurde aus einer tristen und schmucklosen Wiesenfläche ein grünes Kleinod. Und auch zwischen den Parkbuchten am Margaretenplatz, wo die festen Böden eine besondere Herausforderung darstellten, sorgen bunte Pflanzen je nach Jahreszeit mittlerweile für Farbtupfer, werden diese doch regelmäßig von den Anwohnenden gegossen und sauber gehalten.

Unterstützung von vielen Helferinnen und Helfern 

Unterstützung bekam Andrea Steggemann nicht nur von ihren Geburtstagsgästen (es gab reichlich Präsente in Form von Pflanzen), sondern auch von einigen Nachbarinnen und Nachbarn sowie vom Siedlerverein Brassert. Darüber hinaus war der Zentrale Betriebshof der Stadt Marl (ZBH) mit im Rennen, sorgte fürs Umgraben und Holzhackschnitzel (Mulch) gegen das Unkraut. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter packten zudem mit an, ebenso Hembrauker und der Nabu. So haben vor allem von Andrea Steggemann gekaufte Kräuter wie Thymian und Salbei genauso ihren Platz gefunden wie zahlreiche Kräuter, Stauden und eine Blühwiese, insgesamt waren es rund 400 Pflanzen – so kann den kleinen Park jeder und jede bei einem Sparziergang auf sich wirken lassen.

Gemeinsames Treffen vor Ort 

Einzelpersonen, Vereine, Bürgerinitiativen, Firmen, Schulen, Verbände oder Kindergärten können bei einer Grünflächenpatenschaft dabei sein. Der Weg ist recht einfach: Wer eine öffentliche Fläche entdeckt, die er oder sie gerne pflegen möchte, kann beim Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit anrufen oder eine E-Mail schreiben (amt68@marl.de). Nach interner Prüfung informiert die Stadt über die Eignung der Fläche.  Bei einem gemeinsamen Termin vor Ort stimmen sich dann alle gemeinsam zur Bepflanzung bzw. Pflege ab. Zudem gibt es eine schriftliche Vereinbarung über eine Grünflächenpatenschaft.

Pflanzvorschläge oder Tipps zur Gestaltung

Und dann kann die Bepflanzung bzw. Pflege auch schon starten und die Fläche mit einem Schild als Patenschaftsfläche gekennzeichnet werden. Bei Bedarf gibt es natürlich Pflanzvorschläge oder Tipps zur Gestaltung. Die Grünflächenpatinnen und -paten tragen nach ihren Möglichkeiten aber auch zur Sauberkeit und Instandhaltung der Grünflächen bei, indem sie diese regelmäßig besichtigen und gegebenenfalls einfache Pflegearbeiten und Säuberungen durchführen – alles natürlich in einem verträglichen Rahmen. 

Engagement kann ganz unterschiedlich sein 

Das Engagement kann dabei vielfältig sein. Es reicht von Baumscheiben-Paten (Baumscheibe unterpflanzen) und dem Wässern von Bäumen sowie Pflanzen über das Einsammeln von Müll bis hin zum Anlegen oder Mähen von Blumenwiesen. Wichtig dabei: „Grün bleibt Grün. Das bedeutet keine Versiegelung, keine Abdeckung mit Kies, keine private Vereinnahmung öffentlicher Flächen durch Zäune, Bebauung o.ä.“, sagt Vivien Wiers, Leiterin des Amtes für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Und eine Umgestaltung von Flächen, die mehreren Häusern zuzuordnen sind, sei nur bei Einigkeit aller unmittelbaren Anwohner möglich.

Für Schnittarbeiten an Bäumen bleibt ZBH zuständig

„Schnittarbeiten an den Bäumen werden ausnahmslos vom Zentralen Betriebshof oder von beauftragten Fachfirmen durchgeführt, da eine unsachgemäße Pflege leicht zu Schäden an den Bäumen führen kann“, ergänzt Benjamin Villis, Abteilungsleiter Umwelt und Grün.

Zu einem echten Kleinod wurde die Fläche zwischen Rudolf-Virchow-Straße und Sickingmüher Straße in Brassert. Andrea Steggemann (4. v. r.) hatte die Idee zu ihrem 60. Geburtstag. Nachbarinnen und Nachbarn halfen genauso wie andere Vereine und der Zentrale Betriebshof der Stadt Marl. Das Bild zeigt: (v. l.) Manfred Jurochnik, Christel Jüde, Benjamin Villis (Abteilungsleiter im Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit), Vivien Wiers (Leiterin des Amtes für Klimaschutz und Nachhaltigkeit), Thomas Meister (ZBH), Andrea Steggemann, Silke Hausmann, Marietta Winter mit Hund Spike und Michael Jüde. Foto: Stadt Marl / Pressestelle
Vor rund einem Jahr war noch nichts von einer grünen Oase zu erkennen. Foto: Steggemann

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